ECE GRUPPE BAU
Ratgeber

Woran erkenne ich Asbest?Fundorte, Baujahre und warum nur die Laboranalyse Sicherheit gibt

Kurz gesagt: Verdächtig ist alles, was vor 1993 gebaut oder saniert wurde. Sicher erkennen lässt sich Asbest aber nicht am Aussehen, sondern nur über eine Materialprobe mit Laboranalyse. Dieser Beitrag zeigt, welche Bauteile in Berliner Objekten am häufigsten belastet sind und wie Sie sich bei Verdacht verhalten sollten.

Baujahr

Der erste Anhaltspunkt
ist das Baujahr.

In Deutschland gilt seit 1993 ein Herstellungs- und Verwendungsverbot für Asbest. Alles, was davor gebaut oder saniert wurde, ist verdächtig.

Für Berlin heißt das konkret: Der gesamte Altbaubestand, die komplette Nachkriegsbebauung in West und Ost und praktisch jede Sanierung aus den Siebzigern und Achtzigern fallen in diesen Zeitraum. Bei einem Gebäude mit Baujahr 1975 ist die Frage nicht, ob Asbest verbaut wurde, sondern wo.

Wichtig ist dabei die letzte Sanierung, nicht nur das ursprüngliche Baujahr. Ein Altbau von 1910 kann asbestfrei sein und trotzdem asbesthaltige Bodenbeläge aus einer Modernisierung von 1982 haben.

Bauteile

Wo Asbest typischerweise steckt

Asbest wurde in über 3.000 verschiedenen Produkten verarbeitet. Diese Bauteile begegnen uns in Berliner Objekten am häufigsten:

Innenbereich

Im Gebäude

  • Floor-Flex-Platten: quadratische Bodenplatten, meist 25 × 25 oder 30 × 30 cm, oft mit schwarzem Kleber darunter
  • Cushion-Vinyl-Beläge: Bahnenware mit asbesthaltiger Trägerschicht auf der Unterseite
  • Rohr- und Kesselisolierungen: weiß bis grau, häufig mit Gewebe umwickelt
  • Brandschutz- und Revisionsklappen: leichte, plattige Verkleidungen
  • Putze und Spachtelmassen: von außen nicht erkennbar, nur analytisch nachweisbar
  • Nachtspeicheröfen: Geräte bis Baujahr 1984
  • Fensterbänke und Fensterkitt
Außenbereich

An der Hülle

  • Bitumen-Dachbahnen: mehrlagige Flachdachaufbauten, auch der Voranstrich auf der Holzschalung kann asbesthaltig sein
  • Faserzement-Wellplatten: die klassischen grauen Dachplatten, oft auf Garagen, Carports und Nebengebäuden
  • Fassadenplatten und Verkleidungen: ebene Faserzementplatten, häufig an Giebeln und Balkonbrüstungen
  • Lüftungs- und Abgasrohre aus Faserzement
  • Blumenkästen und Pflanzkübel aus Faserzement
  • Kaminverkleidungen
Wichtig

Optik ist kein Beweis — in beide Richtungen

Warum Sie sich nicht auf das Aussehen verlassen können

Asbestfasern sind mit bloßem Auge nicht sichtbar. Eine Faserzementplatte mit Asbest sieht identisch aus wie eine ohne. Bodenplatten aus derselben Serie können in einem Raum asbesthaltig sein und im nächsten nicht, weil zwischendurch Material gewechselt wurde.

Das gilt in beide Richtungen: Ein unauffälliges Bauteil kann belastet sein, ein verdächtig aussehendes harmlos. Sicherheit gibt nur eine Materialprobe mit Laboranalyse.

  • Analyse per Rasterelektronenmikroskopie oder Polarisationsmikroskopie
  • Ergebnis in der Regel innerhalb weniger Werktage
  • Die Probenahme selbst muss fachgerecht erfolgen, sonst werden dabei Fasern freigesetzt
Nachweis
nur per Laboranalyse
Dauer
wenige Werktage
Wir organisieren
Probenahme & Analyse
Verhalten

Was Sie bei Verdacht auf keinen Fall tun sollten

Solange asbesthaltiges Material fest gebunden und unbeschädigt ist, geht von ihm in der Regel keine Gefahr aus. Gefährlich wird es erst, wenn Fasern freigesetzt werden — und genau das passiert bei diesen Arbeiten:

Nicht bohren. Nicht schleifen. Nicht sägen. Nicht brechen. Nicht mit dem Hochdruckreiniger bearbeiten. Nicht mit dem normalen Staubsauger aufsaugen.

Jeder dieser Vorgänge zerstört die Bindung und setzt Fasern frei, die stundenlang in der Luft bleiben. Ein haushaltsüblicher Staubsauger bläst sie anschließend fein verteilt im Raum wieder aus. Auch das Abkehren von Bruchstücken ist problematisch.

Bei bereits beschädigtem Material: Bereich sichern, nicht betreten, nichts wegräumen und einen Fachbetrieb hinzuziehen. Wir kommen zur Begehung nach Berlin und Umland und organisieren bei Bedarf die Probenahme.

→ Zur Asbestsanierung in Berlin

Häufige Fragen

Weitere Fragen dazu

In Deutschland gilt seit 1993 ein vollständiges Verbot. Alle Gebäude, die vor 1993 gebaut oder saniert wurden, gelten als verdächtig. Entscheidend ist dabei nicht nur das Baujahr, sondern auch der Zeitpunkt der letzten Sanierung: Ein Altbau von 1910 kann asbesthaltige Bodenbeläge aus einer Modernisierung von 1982 enthalten.

Nicht sicher. Asbestfasern sind mit bloßem Auge unsichtbar, und asbesthaltige Bauteile sehen identisch aus wie asbestfreie. Baujahr und Materialart geben Hinweise, aber Gewissheit bringt nur eine Materialprobe mit Laboranalyse. Das gilt in beide Richtungen: Unauffälliges Material kann belastet sein, verdächtiges harmlos.

Die Kosten hängen vom Labor, der Anzahl der Proben und dem Analyseverfahren ab. Wir organisieren Probenahme und Analyse über ein Partnerlabor und nennen Ihnen den Preis vorab. Wichtig ist, dass die Probenahme fachgerecht erfolgt, weil dabei sonst selbst Fasern freigesetzt werden.

Fest gebundenes, unbeschädigtes Asbestmaterial gibt in der Regel keine nennenswerten Fasermengen ab. Gefährlich wird es beim Bearbeiten, bei Beschädigung und bei Verwitterung. Deshalb ist auch nicht jedes asbesthaltige Bauteil sofort ein Sanierungsfall — aber sobald daran gearbeitet werden soll, gelten die Regeln der TRGS 519.

Eine allgemeine Meldepflicht für vorhandenes Asbest gibt es nicht. Anzeigepflichtig sind die Arbeiten: Wer Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten an asbesthaltigen Bauteilen ausführen will, muss das der zuständigen Behörde vorher anzeigen. Beim Verkauf einer Immobilie besteht zudem eine Offenbarungspflicht für bekannte Mängel.

Konkreter Fall? Wir schauen es uns an.

Kostenloses Aufmaß vor Ort in Berlin und Umland, Rückmeldung innerhalb von 24 Stunden. Liegt ein Schadstoffgutachten vor, gerne mitschicken.

AnrufenAnfrage